Stärkere Verbindungen zwischen digitalem und natürlichem Raum herstellen



Es toben endlose Debatten über Online-Handel versus stationäres Einkaufen und über den Niedergang von Geschäften. In der Zwischenzeit, hier und jetzt, nutzen die Käufer nach wie vor beide Wege und erwarten ihre gegenseitige Verbindung.


Uns interessiert, wie man diese Verbindung stärken könnte. Deshalb fingen wir an, nach Beispielen zu suchen, um herauszufinden, wie die Dinge wirklich stehen. Während eines Besuchs in Paris, noch vor dem Lockdown, haben wir uns den ersten Übergang einer ausschließlich digitalen Marke zu einem Fachgeschäft angesehen.


Der Einbruch der Marke Veja in einen Raum aus Ziegelsteinen und Mörtel hat uns bei der Erforschung dieser Ziegelsteine und dieses Mörtels hoch erfreut. Und es schien, als könnten wir auch mehr über diese Marke entdecken.


Die Boutique im Stadtviertel Le Marais ist in gewisser Weise ein Ausdruck nachhaltigen Einzelhandelsverkaufs. Anstatt überall recycelte Gegenstände anzuordnen, wurde der Raum einfach gereinigt, Teile der Konstruktion enthüllt und hier und da ein wenig Farbe verwendet. Das Ergebnis dieses minimalen Eingriffs ist ein sauberer, frischer Raum, in dem das Produkt selbst erstrahlen kann.


In Bezug auf den kreativen Ansatz sind wir begeistert, es handelt sich um eine bewundernswerte ökologische Leistung. Aus Sicht der Kommunikation scheint es jedoch keinerlei Verbindung zwischen der Online-Botschaft und dem Ausdruck des Geschäfts zu geben.


Die Geschichte hinter der Marke Veja ist faszinierend und kompliziert. Bei einem Besuch ihrer Website werden Sie den Eindruck von echter Leidenschaft und Zweckmäßigkeit gewinnen. Die Behauptung, es werde überhaupt kein Geld für Werbung ausgegeben, erscheint unglaublich. Die Herstellung ihrer Sneakers kostet das 5- bis 7-fache wegen des strikten Einsatzes nachhaltiger Ressourcen, Produktion und Logistik, ihre Preise sind dennoch wettbewerbsfähig, und zwar dank den Einsparungen im Marketingbereich.


Ein weiterer faszinierender Aspekt ist die Verwendung von Fischhäuten und ebenfalls die erfrischende Offenheit, mit der man die Grenzen des Möglichen eingesteht.


Es ist wahrscheinlich, dass all dieses reichhaltige Material den Käufer mehr mit der Marke verbindet. Aus diesem Grund erscheint uns die Zurückhaltung des Ladengeschäfts unverständlich – eine bedeutendere Geschichte könnte leicht erzählt werden, ohne Zugeständnisse in der "eingeschränkten" Ästhetik machen zu müssen.


Diese Marke wird sicherlich ihre Anhänger haben, die diese Pilgerreise auf sich nehmen, die einfachen Passanten werden jedoch nichts davon haben. Wir fanden den Innenraum irgendwie zurückhaltend, ohne die Energie und Leidenschaft, die die digitale Präsentation versprüht.


Zögernde Online-Käufer können leicht mehr herausfinden, um die Kriterien zu erfüllen und herauszufinden, was hinter dem Produkt steckt. Im natürlichen Raum ist es schwieriger, daher sollte man sein Bestes tun, um die Wahrscheinlichkeit einer Verbindung zu erhöhen.


Auf jeden Fall haben wir uns mehr Gedanken über die besten Wege gemacht, um diese Kluft zwischen dem Online- und dem natürlichen Raum zu überbrücken. Hier sind unsere grundlegenden Punkte aus einer Liste von Dingen, die diese beiden Welten näher zusammenzubringen können.


1. Fragen Sie sich selbst, warum Käufer im Ladengeschäft und nicht online sind.


Es kann sehr einfach sein – entweder ist ihre Größe nicht mehr verfügbar oder sie machen sich Sorgen wegen der Online-Zahlung.


Andererseits ist es möglich, dass sie die Grenze ihres digitalen Erlebnisses erreicht haben - („Wie sehe ich darin aus?“ „Wie ist es?“).


Oder sie können sich die Produkte einfach ohne jegliche reale Absicht anschauen. Oder ihnen fiel beim Vorbeigehen etwas auf bzw. sie erfuhren von einem Freund, dass das Ladengeschäft einen Besuch wert ist.


Auf jeden Fall ist es sinnvoll, alle möglichen Gründe zu analysieren und zu untersuchen.


Mit einer solchen Analyse kann man fundierte Entscheidungen über den Verkauf, das Design, die Kommunikation und die Anordnung machen und das Ladengeschäft dem erwarteten Kundentyp anpassen.


2. Spielen Sie mit allen Sinnen


Wir haben Gerüchte gehört, dass Amazon daran arbeitet, Düfte über digitale Geräte zu übertragen. Bis es so weit ist, haben die Geschäfte jedoch ein einzigartiges Ass im Ärmel. Bei der Schaffung eines angenehmen Sinnerlebnisses müssen nicht unbedingt teure audiovisuelle Systeme verwendet werden. Es reicht vollkommen aus, die Beleuchtung zu optimieren, hochwertige Soundsysteme zu installieren und verschiedene Bodenbeläge zu verwenden, um einen kalten Raum, in dem nur Transaktionen stattfinden, in einen Ort zu verwandeln, der die Käufer dazu ermutigt, zu bleiben und Produkte anzuschauen.


3. (Hauptsächlich berühren und fühlen)


Jeder von uns muss schon einmal gesehen haben, wie ein Käufer instinktiv die Hand nach einem Kleidungsstück streckt, um es zu streicheln, oder ein Smartphone in die Hand nimmt, um zu sehen, wie es sich anfüllt. Textur, Gewicht und Gleichgewicht bieten eine körperliche Erfahrung, mit der kein Bild mithalten kann.


Manchmal muss man dazu jedoch sein Erlaubnis geben, dem Käufer sagen, dass es in Ordnung sei. Ihn zu ermutigen, aufzufordern – einfach alles, um dies zu erreichen. Wenn nicht klar ist, dass es in Ordnung ist, besteht die Möglichkeit, dass er es nicht tut.


4. Konsistenz visueller Codes


Es wird oft gesagt, dass die Website zu der jeweiligen Marke klar gehören sollte, auch wenn man das Logo entfernt.


Dasselbe gilt auch für Ladengeschäfte. Die natürliche Umgebung muss sich nicht genau an die digitale Form und Atmosphäre halten (der Vorteil besteht darin, dass man in der dreidimensionalen Welt mehr Spielraum hat). Es ist jedoch wichtig, dass man den Geist oder das Wesen der Marke finden kann und die Verbindungen im Kopf des Käufers nicht beeinträchtigt werden. Wir wissen, dass sich die Art und Weise, wie der Käufer Dinge auf dem Bildschirm betrachtet, von der Art und Weise der Betrachtung von wirklichen Sachen unterscheidet. Es besteht jedoch kein Grund, um dem Käufer keine Zusicherung in Form einer konsistenten visuellen Sprache zu bieten.


5. Kontinuität von Sprache und Stimme


Die Sprache der Website kann teilweise der Grund sein, warum der Gelegenheitskunde die Marke fand. Die Gestaltung einer Website ist mit großem Aufwand verbunden und diese „digitale Stimme" muss hart arbeiten, um die Einzigartigkeit der Marke auszudrücken.


Warum also im Ladengeschäft Abstriche machen? Auch kleine Hinweise im Rahmen der ausgestellten Produkte oder der Beschriftungen überall im Laden können die Beziehung zur Marke stärken.


6. Verkaufskonsistenz

Können Sie sagen, dass eine Website verkauft? Wir denken schon. Es handelt sich zwar um ein anderes Medium, trotzdem muss eine Website in Bezug auf ihre logische Anordnung und klare Kategorisierung einen Sinn ergeben.


Ein Ladengeschäft kann immer noch ihre starke Website ausspielen, es sollte jedoch ständig für Überraschungen sorgen, aus der Sicht der Navigation ist es jedoch sinnvoll, die online verwendeten Struktur- und Terminologie-Grundlagen durchzusetzen.


7. Etwas Digitales?


Vielleich. Man sollte es jedoch vermeiden, im Ladengeschäft ein iPad mit ihrer Homepage zu stellen. Die Käufer haben diese Website bereits besucht und gesehen, also muss jeder digitale Inhalt dem Käufer einen Mehrwert – etwas, das seine körperliche Erfahrung verstärkt – bieten. Denken Sie über den Punkt 1. und darüber, warum die Käufer den digitalen Raum verlassen und das Ladengeschäft aufgesucht haben, nach. Kann das digitale Medium einen Mehrwert zum Erlebten bieten, so ist es in Ordnung, es sollte jedoch niemals nur um seiner selbst willen verwendet werden.


Viele dieser Lösungen erhöhen nicht das Budget. Es geht vielmehr darum, die Dinge so zu überlegen, um eine positive Differenz im Erlebnis des Kunden zu erreichen. Wir würden gerne wissen, was Sie darüber denken. Was würde auf Ihre Liste stehen?




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